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Dachstuhlbrand überschattet Amtsfeuerwehrtag: 100 Einsatzkräfte kämpfen bei 35 Grad im Schatten

  • Autorenbild: Nico Hessel
    Nico Hessel
  • vor 8 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Ein folgenschwerer Dachstuhlbrand im Borgstedter Wohngebiet „Im Winkel“ hat am Samstagmittag einen massiven Feuerwehr- und Rettungseinsatz ausgelöst. Unter extremen Bedingungen – bei sengender Hitze und akuter Erschöpfungsgefahr – kämpfen rund 100 Retter gegen die Flammen. Ein Großteil der Kräfte eilte direkt von einem Feuerwehrjubiläum zum Einsatzort.


Borgstedt | Es sollte ein Tag des Feierns und der Kameradschaft werden, doch gegen 12.15 Uhr schrillten die Melder. Während im nahegelegenen Groß Wittensee das 100-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr und der damit verbundene Amtsfeuerwehrtag in vollem Gange waren, stieg wenige Kilometer weiter in Borgstedt dichter Rauch auf. Im dortigen Wohngebiet „Im Winkel“ war ein folgenschwerer Dachstuhlbrand ausgebrochen, woraufhin umgehend Großalarm für die regionalen Feuerwehren ausgelöst wurde.


Paralleleinsatz fordert zahlreiche umliegende Wehren

Durch die glückliche Fügung des zeitgleich stattfindenden Amtsfeuerwehrtages waren zahlreiche Einsatzkräfte bereits versammelt und sofort abmarschbereit. Binnen Minuten machten sich rund 100 Helfer aus den umliegenden Gemeinden auf den Weg. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Borgstedt, Büdelsdorf, Sehestedt, Rickert, Holzbunge und Bünsdorf rückten gemeinsam an, um den Brand zu bekämpfen. Auch der Löschzug-Gefahrgut (LZ-G) eilte zur Unterstützung herbei.


Extreme Bedingungen: 35 Grad und kein Wind

Vor Ort offenbarte sich den Rettern eine dramatische Lage. Neben der starken Rauchentwicklung machte vor allem das Wetter den Einsatzkräften massiv zu schaffen. Bei Temperaturen von rund 35 Grad und absoluter Windstille staute sich die Hitze unter den schweren Brandschutzanzügen der Feuerwehrleute unerträglich auf. Der Kräfteverschleiß ist enorm, da zeitgleich ein hoher körperlicher Aufwand nötig ist, um das Feuer im Dachstuhl einzudämmen.


Um einen totalen Kollaps der Helfer zu verhindern, musste die Einsatzleitung die Trupps in extrem kurzen Intervallen durchtauschen, um Ressourcen zu sparen. Ein Kamerad erlitt eine akute Überhitzung und musste vom bereitstehenden Rettungsdienst medizinisch betreut werden.


Nachbarin rettet Hund – Bewohner außer Haus

Glück im Unglück: Die Bewohner des betroffenen Hauses befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs nicht im Gebäude und sind derzeit nicht vor Ort. Ein im Haus verbliebener Hund konnte in den ersten dramatischen Minuten von einer aufmerksamen Nachbarin unverletzt ins Freie gerettet werden.


Die Löscharbeiten gestalten sich unterdessen logistisch anspruchsvoll. Die Feuerwehr baute eine massive Wasserversorgung auf: Das Löschwasser wird derzeit aus zwei Unterflurhydranten bezogen, während ein dritter vorsorglich vorbereitet wurde. Zudem wurden mehrere Schlauchanhänger vor Ort in Bereitstellung gebracht. Während der Löscharbeiten kam es im Bereich der Einsatzstelle mehrmals zu einer starken Rauchentwicklung. Anwohner wurden über Warn Apps wie "NINA" aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten.


Rossahlredder voll gesperrt – Kriminalpolizei ermittelt

Für die Dauer der aufwendigen Löscharbeiten musste die Straße Rossahlredder komplett für den Verkehr gesperrt werden. Neben den Rettungskräften und dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL) ist auch der Kriminaldauerdienst (KDD) vor Ort, um erste Ermittlungen zur bislang völlig unklaren Brandursache aufzunehmen.


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